Auf zur Fortaleza in den Teide Nationalpark `Neue Tour`

Diese neue Wanderung führt uns in eine bisher weniger beachtete Ecke des Teide Nationalparks auf gut 2.000m Höhe. Der erste Weg führt uns jedoch ins Besucherzentrum Portillo und wir starten mit einem sehr kurzweiligen Film über die Entstehung Teneriffas. Die richtige Einstimmung auf das, was jetzt folgt – die 15 min sind bestens investiert. Wenig später befinden wir uns schon auf dem Sendero 1 Richtung Fortaleza, was übersetzt Festung bedeutet. Anfangs steuern wir noch auf Teide und Montaña Blanca zu, zwei sehr beeindruckende und doch so unterschiedliche Vulkane. Doch schon bald biegt der Weg leicht nach rechts ab und unübersehbar nähern wir uns dem riesigen, übrig gebliebenen Fragment der ehemaligen Nordwand des Kraters. Mit 2.164m thront die Fortaleza über einer weitläufigen Ebene aus feinkörnigem Bimsstein, Überbleibsel des letzten Ausbruchs der Montaña Blanca. Kein Wunder, dass diese Felsformation Festung genannt wird … sie erscheint mächtig und unbezwingbar aber dem ist nicht so. Ein kleiner Pfad schlängelt sich an einem Kapellchen vorbei auf das Hochplateau – auf dem Rückweg werden wir ihr einen kurzen Besuch abstatten. Wir bleiben vorerst auf unserem Weg und gehen auf schmalen Pfaden im leichten Auf und Ab vorbei an alten Vulkanschloten, Lava und der vertrauten Flora. Mit sehr viel Glück kann man hier oben auf Mufflons treffen, Wildschafe, die in den 70er Jahren als Jagdwild ausgesetzt wurden und die sich hier pudelwohl fühlen – außer wenn Jagdsaison ist. Greifvögel wie Falke und Mäusebussard sind häufiger zu beobachten.
Längs der Fortaleza sehen wir jetzt im August Hunderte verblühter Tajinasten. Wir bekommen eine Ahnung davon, wie schön es hier im Mai / Juni ist, wenn der „Stolz Teneriffas“, denn so wird der Rote Natternkopf auch genannt, blüht! Zum Rot gesellen sich im Frühling das Weiß des Teide Ginster, das Gelb von Teide Rauke und Drüsenfrucht und manch’ anderer Farbtupfer.
Dann ist das Ende des Weges längst der Festung erreicht und vor uns öffnet sich bei klarer Sicht ein tolles Panorama: fast der komplette Nordwesten der Insel liegt uns zu Füßen und La Palma erhebt sich am Horizont aus dem Meer. Doch auch der Blick auf ein schier endloses Wolkenmeer hat von hier oben seinen Reiz. Wir genießen die schöne Aussicht und diese außerordentliche Ruhe in dieser Abgeschiedenheit. Umgeben von max. 3 Millionen Jahre alter Erdgeschichte vergessen wir alles um uns herum und würden nur zu gerne länger hier verweilen. Nur ungern trennen wir uns aber der Weg zurück, das Kapellchen und die Vorfreude auf einen Corrado oder ein Glas Vino locken.

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