Barranco del Infierno

Hallo zusammen,

wir haben uns entschieden nicht nur ueber Corona zu berichten, da habt ihr ja seriöse Quellen in Deutschland , sei`s jetzt das Robert-Koch-Institut, die Seite des Bundesministerium fuer Gesundheit oder Tagesthemen und Heute Journal.

Petra hat euch einen wunderschönen Bericht ueber ihren letzten Besuch im Barranco del Infierno geschrieben.

Habt viel Spaß beim Lesen!

 

Höllenschlucht lautet die Übersetzung für unsere heutige Wanderung und wir fragen uns voller Neugier, was Hölle und Schlucht wohl gemeinsam haben können.

Die reinen Fakten hören sich nicht gerade beängstigend an: ca. 6,5km, ca. 200 Höhenmeter, was nach einem leichten Spaziergang klingt, dennoch Schwierigkeitsgrad leicht – mittel. Das Highlight erwartet uns genau nach der Hälfte der Strecke: der einzige Wasserfall, der ganzjährig Wasser führt – und das im trockenen Süden!

Ein Obulus muss entrichtet werden und nur maximal 300 Wanderern pro Tag wird Eintritt gewährt. Bevor es losgeht, gibt es eine kurze Sicherheitseinweisung und einen Helm – der ist Pflicht!

Archäologische Funde belegen, dass schon die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, in dieser Schlucht gelebt haben. Später, nach der Eroberung, folgten die spanischen Siedler und auch sie nutzten diese einzigartige Wasserquelle.
Wir wandern auf einem alten Hirtenweg, der mittlerweile sehr gut ausgebaut wurde und eine wunderschöne Aussicht in die vor uns liegende Schlucht freigibt. Rechts und links von uns ragen steile Felswände hoch bis auf 1.300m, unten in der Schlucht zeigt sich ein tief in die Landschaft gezogenes Flussbett, welches abhängig von der Regenmenge mal mehr, mal weniger Wasser führt.

Kleine Aussichtsplattformen mit mehrsprachigen Informationstafeln geben interessante Informationen zu Flora und Fauna aber unsere Blicke gleiten immer wieder zu den steilen Felswänden und hoch in den Himmel. Sehen wir da nicht etwa eine kleine Höhle auf der anderen Felswand, vielleicht eine noch unentdeckte Begräbnishöhle der Guanchen? Und der Kolkrabe, der plötzlich laut krächzend über uns kreist … für die Guanchen waren es Seelenvögel, in denen die Geister ihrer Ahnen Gestalt annahmen.

Vorbei geht es an verschiedenfarbigen Schichten in den Felswänden, Relikte unzähliger Vulkanausbrüche, alten Bienenkörben und Wasserleitungen. Große Kandelaber-Wolfsmilchgewächse, Aeonium und Oleanderblättrigen Kleinie dominieren diesen ersten, sehr sonnigen Abschnitt der Wanderung.

Immer tiefer dringen wir in die Höllenschlucht ein, die Felswände kommen langsam näher als wir das unten gelegene Flussbett errreichen. Ein kleiner idyllischer Platz ist wie gemacht für eine kurze Pause und das wissen offenbar auch die Felsenhühner. Ohne Scheu, fast aufdringlich, stehen diese wunderschönen Vögel, die nicht wirklich gute Flieger sind, bettelnd vor uns …. aber Füttern ist strengstens verboten. Danach ist bis zum Wasserfall keine Pause mehr erlaubt, es muss zügig gewandert werden. Warum? Die steilen Felswände sind mittlerweile bedrohlich nah gekommen und das ist vermutlich auch der Grund für den Namen Höllenschlucht: je tiefer man eindringt, desto unheimlicher und dennoch beeindruckend wirkt die Schlucht auf uns. Früher dachte man sicher, dass der Eingang zur Hölle gleich um die Ecke liegt. Nur selten kommt es zu Steinschlag, doch es passiert, in den vergangenen 15 Jahren leider zweimal mit tödlichem Ende – daher auch die Helmpflicht. Jetzt, unten beim schattigen Flussbett, wird es viel grüner um uns herum und immer wieder queren wir auf kleinen Holzbrücken den Bach, der Ende März mehr aus einem kleinen Rinnsal mit vereinzelnten Tümpeln, klarem Wasser und fröhlich quakenden Fröschen besteht. Wasserdost, Kastanienbäume und sogar einige wenige Glockenblumen säumen unseren Pfad durch die mittlerweile grüne Wildnis bis wir urplötzlich am Ende der engen Schlucht vor dem 80m hohen Wasserfall stehen. Der regenarme Winter 19/20 hat ihn leider etwas verkümmern lassen und dennoch, Wasser fällt stetig aus der Höhe hinab in einen kleinen See zu seinen Füssen, speist die kleinen Tümpel im Flussbett sowie Flora und Fauna. Ein kleines Wunder im trockenen Süden!
Auch hier ist der Aufenthalt nur sehr kurz erlaubt und wir machen uns schweren Herzens auf den Rückweg. Gerne hätten wir hier eine kurze Rast eingelegt aber der Rückweg ruft und schenkt uns neue Eindrücke. Obwohl wir den selben Weg wandern, ist das Erlebnis ein ganz anderes. Nun wandern wir aus der schattigen, engen Schlucht ins Licht, in Richtung Meer und oben angekommen, erblicken wir in der weiten Ferne Adeje.
Nach knapp 3 Stunden Wanderung meldet sich auch der Hunger. Gut dass es direkt am Eingang das Restaurant Otelo gibt. Deren Spezialität, Pollo al ajillo, sind der perfekte Abschluss für diese phantastische Wanderung!

1000 Dank…..

..….fuer all` eure aufmunternden Worte und eure Anteilnahme ueber e-mail, WhatsApp oder Telefon.

Es freut uns wirklich daß ihr so an uns denkt und so mit uns fuehlt – das ist echt unglaublich und motiviert uns zum durchhalten. 

Wir halten durch!

Auch ein ganz liebes Dankeschön an all` die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, all` die Menschen die unsere Versorgung – seis Lebensmittel, Elektrizität, Wasser, Muellentsorgung – gewährleisten. Nicht zu vergessen unsere Polizisten und Militär, welche fuer Ordnung sorgen.

 

Coronavirus legt auch uns lahm

Wie Sie alle aus Presse, Funk und Fernsehen gehört haben, ist in ganz Spanien eine Ausgangssperre erteilt worden. Leere Straßen, Strände und Fußgängerzonen prägen das Bild.

Das ganze Team von Heidis-Wanderclub ist Gott-sei-Dank gesund und hält sich an die Ausgangssperre.

Wir hoffen, daß wir diese Situation, zum Wohle aller, so schnell wie möglich ueberwinden und wir bald wieder mit Ihnen ueber die Berge wandern können.

Sobald wir neue Erkentnisse haben, halten wir Sie  auf dem Laufenden.

Liebe Gruesse und bleiben Sie gesund,

Conny und Team

Abades

An der wunderschönen Küste von Arico im Südosten Teneriffas befindet sich ein geheimnisvoller Ort, den es vielleicht schon bald nicht mehr geben wird – wenn es nach dem Willen italienischer Investoren geht.

Während überall der 2. Weltkrieg tobte, hatte Teneriffa 1943 ganz andere Probleme. Eine Lepra-Epidemie mit 200 Lepratoten und Tausenden Erkrankten suchte Teneriffa heim! Damals warf man die Toten einfach bei Santa Cruz ins Meer aber es wurden immer mehr. Eine andere Lösung musste her. So begann man 1943 auf einem Hügel nah am Meer das sogenannte „Sanatorio de Abona“, ein Krankenhaus für Lepra Erkrankte, mit Kirche, Krematorium, Bungalows etc. zu bauen. Hier sollten alle Erkrankten der Insel zusammengeführt werden.

Über dem Areal thront eine Kirche mit übergroßem Kreuz im franco-typischen Stil. Unzählige Bungalows und grosszügig gestaltete Gebäude auf einem sehr weitläufigen Gelände zeugen davon, dass man hier die Unterbringung vieler Menschen plante.

Doch die Leprastation wurde nie fertiggestellt, der Fortschritt in der Medizin war schneller als die spanischen Bauherren. Es fand sich jedoch schon bald eine andere Nutzung für die Geisterstadt: das Militär erklärte das Gebiet zum militärischen Sperrbezirk und trainierte in den leeren Ruinen den Häuserkampf. Noch heute finden sich überall Einschusslöcher, nicht selten findet man noch Munitionsreste.

 

Irgendwann um das Jahr 2000 war auch damit Schluss und jetzt eroberten neugierige Besucher und Touristen das Areal. Uns fallen unzählige, sehr schöne Graffitis aber auch mahnende Bibeltexte ins Auge. Kunstwerken gleich lassen die Graffitis in Verbindung mit Architektur, karger Landschaft und blauem Meer das Herz eines jeden Hobby-Fotografens höher schlagen. Aber man trifft auch auf die unschöne Seite: leere Flaschen, Müll und Unrat. Ob hier wirkliche okkulte Rituale gefeiert und Hühner geopfert wurden, ist mehr als fraglich. Tatsache ist jedoch, dass diese Kulisse bereits TV Teams anlockte.

Etwas unheimliches und mystisches umgibt diesen Ort und dieses Gefühl verlässt uns erst, wenn man den direkt angrenzenden, erst 1986 gebauten Ort gleichen Namens betritt, 750 fast identische kleine Bungalows in Reih und Glied mit einigen Bars und Restaurants katapultieren uns sofort in eine andere Welt.

Geht es nach dem Willen der italienischen Investoren, dann verschwindet diese Geisterstadt schon bald und macht Platz für mehrere 5* Hotels mit insgesamt 3.000 Betten.

Es bleibt also nicht mehr viel Zeit für einen Besuch ….

 

 

Verfasser: Petra

Ein schrecklicher Sandsturm fegt über Teneriffa

Gestern abend, von Fuerteventura aus kommend, fegte ein Sandsturm, ausgelöst durch den Calima, über Teneriffa. Der Flugverkehr wurde lahmgelegt und die Karnevalsveranstaltungen mussten abgesagt werden. Der heiße Wind welcher  von der Sahara rüberweht, brachte enorm viel Sand mit und tauchte die Atmosphäre in ein orange-rotes, gespenstisches Licht.

Leider kam es auch zu Verwüstungen und selbst gut gewachsene Dragos haben es nicht überlebt.

 

 

 

 

 

 

                                                                            Der Sturm ist vorbei, das gespenstische Licht begleitet uns noch.

Mal schauen wie es morgen aussieht.

……die 5. Jahreszeit ist voll im Gange

Karneval wird auf Teneriffa sehr groß geschrieben und soll nach Rio de Janeiro der größte sein.

Natürlich ist die Wahl der Königin in fast allen größeren Städten eins der vielen Highlights des Karnevals.

In Puerto de la Cruz fand diese Veranstaltung gestern statt und es wurde unter 7 Reinas del Carneval ausgewählt. Die ganzen `Comparsas`, die Tanzensembles, dürfen bei dieser Show nicht fehlen. Um diese Veranstaltung mitzumachen sollte man nachtaktiv sein.

Hier ein paar Bilder die selbstredend sind:

 

 

Frohe Weihnachten

Wir wuenschen Euch friedvolle Weihnachten und viel Glueck, Gesundheit, Kraft und Frohsinn fuer das kommende Jahr.
Euer
Heidis-Wanderclub-Team

Neue Skulptur in Las Dehesas

Eine wunderschöne Skulptur aus komplett recycelten Gegenständen wurde am 4. Dezember von der
Loro Parque Foundation in Zusammenarbeit mit der Universität La Laguna in
Las Dehesas/Puerto de la Cruz, mitten im Kreisverkehr eingeweiht.
Eine tolle Idee um auf den Plastikmuell sowohl an Land, als auch im Meer aufmerksam zu machen. 

Der neue Busbahnhof in Puerto de la Cruz eröffnet

Es ist vollbracht:
Ab Donnerstag, den 21. November um 15 Uhr fahren alle Busse vom neuen Busbahnhof in Puerto de la Cruz ab.
Somit werden auch wir unseren Treffpunkt zu  unseren täglichen Wanderungen wieder in das Gebäude des Busbahnhofs verlegen.
Er befindet sich  auf der gleichen Strasse wie unser seitheriger Behelfsbusbahnhof,
Calle Herrmanos Fernandez Perdigon, genau gegenüber vom Supermarkt  HiperDino.

Ab 1. Dezember befindet sich unser Treffpunkt im Busbahnhof, Bussteig 5.

Ja er sieht noch etwas karg aus, genau wie die dazugehörigen Palmen. Aber wir werden ihn schon mit Leben füllen.

 

Chinamada – das Höhlendorf

Es fallen ein paar Tropfen als wir unsere knapp 10km lange Wanderung nach Chinamada auf knapp 900m Höhe am Mirador Cruz del Carmen starten. Kein Wunder, ist doch das Anaga Gebirge die Wasserkammer Teneriffas und ohne wäre die Vegetation hier nicht so üppig und grün.
1934 wurde dieser schöne Aussichtspunkt hier errichtet und dafür gab es einen Grund. Denn genau hier trafen sich schon immer alle Fusswege aus dem sehr zerklüftetetem und wenig besiedelten Anaga Gebirge – die der Guanchen, der Ureinwohner, aber insbesondere auch die der späteren Siedler, lange bevor es Straßen gab. Gangocheras, Körbträgerinnen, nannte man sie. Sie brachten ihre manchmal bis zu 100kg schweren Körbe auf dem Kopf balancierend nach La Laguna um Obst, Gemüse, Fleisch etc. zu verkaufen oder einzutauschen – barfuss. Und dabei sangen sie Lieder und schwatzten aufgeregt, froh, mal wieder unter Menschen zu sein.
Die Aussicht vom Mirador: La Laguna, die erste Hauptstadt Teneriffas mit seiner mehr als sehenswerten Altstadt, das weite Tal, geschützt an 3 seiner 4 Flanken durch Berge, die den spanischen Eroberern ab 1496 (Sicht-) Schutz u.a. vor Piraten boten, eine Ebene, bestens geeignet für Landwirtschaft und Viehzucht, und dahinter liegend ein langer Bergrücken bis hoch zum Teide, der über allem thront. Die grandiose Aussicht ist heute leicht getrübt durch den feinen Nieselregen aber nicht unsere Stimmung. Bestgelaunt machen wir uns auf den Weg in den Lorbeerwald, der jetzt einem seiner vielen Beinamen besondere Ehre macht: Märchenwald.
Die Feuchtigkeit in der Luft verleihen dem Wald ein wahrhaft märchenhaftes Flair. Das Licht ist schummrig und unwirklich, wir wandern an kreuz und quer liegenden bzw. hängenden Bäumen vorbei, die ein feuchtes Kleid aus Moosen und Flechten tragen. Die verschiedenen Grün Nuancen der Natur begeistern uns. Kaum im Wald, hört der feine Nieselregen auf. Bald schon befinden uns auf einem Höhenweg, geniessen den Blick in eine tiefe Schlucht, sehen Batán auf der anderen Seite des Barrancos und am Horizont das tiefblaue Meer. Was will ein Wanderherz mehr?
Auf schmalen Pfaden, vorbei an einer modernen Wasserauffangstation, die mit Netzen die Natur kopiert und Wolken ‚melkt‘, fühlen wir uns wie die Gangocheras und schwatzen aufgeregt …. mit dem kleinen Unterschied, dass Wanderschuhe unsere Füsse zieren und statt 100kg auf dem Kopf nur ein paar Kilos im Rucksack zu tragen sind.
Auf einem Bergrücken züchtet ein Hirte, angeblich ein Aussteiger aus La Laguna, Schafe, nicht der Wolle oder der Milch wegen …. es sind Fleischafe, die bis zu ihrem letzten Atemzug ein schönes Leben haben und eine phantastische Aussicht geniessen.
Chinamada ist greifbar nah und schneller als gedacht sind wir da. Erst seit wenigen Jahren gibt es eine Straße, Elektrizität, Warmwasser und Telefon. Zu Beginn sind die Felsenwohnungen kaum von normalen Häuschen zu unterscheiden, ein jedoch nur 1-2m tiefer Vorbau verrät, dass sich der Rest im Fels befinden muss. Meistens 2 Räume, einen Wohn- und einen Schlafraum, gibt es innen, Küche und Bad befinden sich traditionell außerhalb der Höhle. Ungefähr 19C garantieren diese in den Fels geschlagenen Höhlen sowohl im Sommer als auch im Winter. in Chinamada gibt es ca. 30 Höhlenwohnungen bei nur noch 10-12 Personen, die permament hier wohnen, viele kommen nur noch am Wochenende zurück.
Eine kleine Kapelle steht mitten im winzigen Ort und ein Restaurant, La Cueva, ebenfalls in den Fels geschlagen, bietet an 5 Tagen etwas Abwechslung für Bewohner und Wandergäste. Isolation, fehlende Infrastruktur insbesondere für Familien und alte Menschen, das harte Leben als Bauer mit kleinen, tief unten gelegenen Terrassenfeldern, haben die Menschen in die Städte flüchten lassen. Was nutzt die schönste Aussicht wenn ein Arzt im Notfall zu spät kommt, das Alter es nicht mehr zulässt, die schwer zugänglichen Felder zu bearbeiten, der nächste, gut sortierte Supermarkt 1 Stunde entfernt ist und man vereinsamt. Der Menschenschlag, der noch in Chinamada lebt, ist wohl ein Besonderer. Doch je mehr Zeit wir hier verbringen, desto romantischer erscheint uns dieser hübsche, ruhige Ort. Vielleicht könnte ich mal ein Wochenende oder sogar eine Woche zum Entspannen und Entschleunigen hier verbringen? Der Gedanke erscheint immer verlockender …..
Die letzten 2km nach Las Carboneras vergehen wie im Flug und bieten einen weiteren Barranco mit tief gelegenen, teilweise verwilderten Terrassenfeldern, altmodischen aber immer noch funktionierenden Lastenaufzügen, natürlichen Höhlen, die sicherlich schon den Guanchen als Wohn- oder Grabhöhle dienten und eine imponierende Natur und Bergwelt.
Bei kanarischem Essen und Wein lassen wir eine abwechslungsreiche und beeindruckende Wanderung ausklingen.

Titsa bringt uns zurück in eine ganz andere Welt und mit etwas Wehmut denken wir zurück an die Idylle in Chinamada.

 

Verfasser: Petra